Die besten Fotospots in der Toskana
- 22. Sept. 2025
- 15 Min. Lesezeit
Dieser Artikel ist Teil des Komplettführers für Fotografie in der Toskana

Die Toskana ist ein traumhaftes Ziel für Fotografen. Die Landschaft ist abwechslungsreich und wunderschön, die Dörfer bieten gemütliche Straßenszenen und überall liebevoll gestaltete Details. Viele Fotografen haben die Region bereits erkundet, und einige Täler oder Villen sind inzwischen echte Klassiker mit berühmten Kompositionen. Doch es gibt immer noch viel zu entdecken – es lohnt sich, einfach mal eine Schotterstraße entlangzufahren und eigene Motive zu finden.
Für eine Fotoreise in die Toskana solltest du dir viel Zeit nehmen, um einzigartige Motive zu suchen – Gelegenheiten für originelle Kompositionen findest du wirklich überall. Gleichzeitig ist es hilfreich, auf die Erfahrungen anderer zurückzugreifen und einige der bekannten Spots als Ausgangspunkt zu wählen.
Hier findest du eine Liste großartiger Fotospots in der Toskana, die sich vor allem rund um das Landschaftsfotografie-Highlight Val d’Orcia konzentrieren. Die Liste enthält die beliebtesten Orte, an denen du garantiert tolle Motive findest – und alle bieten genug Abwechslung, um kreativ zu werden und ganz unterschiedliche Aufnahmen zu machen. Außerdem habe ich ein paar weniger bekannte Spots aufgenommen, die zu meinen persönlichen Favoriten zählen.
Podere Belvedere

Podere Belvedere ist eine Villa auf einem Hügel im Val d’Orcia und einer der meistfotografierten Orte der Toskana. Historisch ist die Villa eigentlich nicht besonders bedeutend – aber sie ist einfach ein traumhafter Fotospot, und das hat sich herumgesprochen.
Der Blick auf Podere Belvedere vereint alles, was eine typische toskanische Szene ausmacht. Von einem praktischen Bergrücken aus blickst du auf zahllose Bauernhäuser und Villen, die sich über die sanften Hügel verteilen. Am Horizont tauchen alte Dörfer auf, in den Tälern stehen kleine Obstgärten oder einzelne Bäume. Es sieht ganz genau so aus, wie man sich die Toskana vorstellt – aber es ist schwer, einen anderen Ort zu finden, der wirklich genauso wirkt.
Fast jeder, der zum Fotografieren in die Toskana reist, macht hier einen Stopp – und auch viele andere Besucher halten an diesem gut erreichbaren Spot. Hier werden so viele Fotos geschossen, dass es gar nicht so einfach ist, wirklich etwas Einzigartiges festzuhalten – aber die Möglichkeiten, kreativ zu werden, sind da, und dieser Ort ist ein absolutes Muss auf deiner Reise.
Wenn du im Frühling morgens hierher kommst, bist du selbst zu früher Stunde selten allein. Trotzdem ist genug Platz zum Verteilen, und es gibt nicht den einen perfekten Winkel. Die Morgenstunden sind am beliebtesten, und wenn du erst kurz vor Sonnenaufgang ankommst, bist du vielleicht etwas eingeschränkt – deshalb lohnt es sich, früh da zu sein, um einen möglichst freien Blick zu bekommen.
Beste Zeit: Am beliebtesten ist der Spot zum Sonnenaufgang, wenn das Licht über die Hügel streicht und die Details der Landschaft hervorhebt. Im Frühling (idealerweise Anfang Mai) hast du gute Chancen auf Nebel im Tal – perfekte Bedingungen für diese Szene.
Das beste Licht gibt es in der Stunde vor Sonnenaufgang, also sei für ein Shooting am Morgen unbedingt sehr früh vor Ort. Um das Maximum aus der Szene herauszuholen, solltest du mindestens 45 Minuten vor Sonnenaufgang da sein und das erste, noch blaue Licht einfangen. Das gilt besonders an nebligen Tagen, denn oft entstehen die besten Aufnahmen noch vor Sonnenaufgang.
Praktisches: Podere Belvedere ist die Villa, die auf den meisten Fotos dieser Szene zu sehen ist, der eigentliche Aussichtspunkt liegt aber etwas oberhalb auf einem kleinen Grat. Die Hauptstraße zwischen San Quirico d’Orcia und Pienza führt direkt an diesem Spot vorbei, und auf beiden Straßenseiten gibt es großzügige, kostenlose Parkplätze. Wenn du in San Quirico d’Orcia übernachtest, kannst du den Spot auch zu Fuß erreichen.
Vom Parkplatz aus gehst du durch einen kleinen Obstgarten (bitte auf den Wegen bleiben), bis du auf eine offene Fläche mit Blick auf Podere Belvedere und die umliegende Landschaft kommst.
Poggio Covili

Poggio Covili ist eine klassische Villa, umgeben von Feldern und mit einer langen, geraden Zypressenallee als Zufahrt. Wie bei Podere Belvedere gibt es auch hier keinen historischen Hintergrund – aber die Lage macht diesen Ort zu einem perfekten Fotospot.
Vor Ort hast du etwas Abwechslung und Raum zum Ausprobieren: Du kannst die von Zypressen gesäumte Straße aus verschiedenen Positionen fotografieren und kreativ werden. Wahrscheinlich wurde hier schon von jedem Zentimeter ein Foto gemacht, und es ist nicht leicht, wirklich etwas Neues zu schaffen. Aber es gibt genug Möglichkeiten, um mit der Kamera zu experimentieren – und der Spot lädt dazu ein, ihn bei unterschiedlichen Bedingungen immer wieder zu besuchen.
Die Hauptstraße zu Poggio Covili führt am Ende der Zypressenallee vorbei und biegt um das Feld unterhalb der Villa, sodass du verschiedene Blickwinkel auf die Szene findest. Das Ende der Zypressenreihe ist der offensichtliche Startpunkt und der beliebteste Ort für einen schnellen Schnappschuss. Noch spannender wirken die Bäume aber, wenn du den Hügel hinuntergehst und sie von der Seite fotografierst – vor allem morgens, wenn sie ihre Schatten nach Westen werfen.
Beste Zeit: Poggio Covili ist vor allem als Sonnenaufgangs-Spot bekannt – dann steht die Sonne hinter der Zypressenreihe, wenn du sie vom unteren Feldrand aus anschaust. Bei Morgennebel wirken die Bäume und Felder fast surreal, und aus manchen Winkeln kannst du die Villa schön isolieren. Aber auch zum Sonnenuntergang funktioniert Poggio Covili super – die vielen Möglichkeiten machen diesen Spot zu einem Ort, den du bei verschiedenen Bedingungen immer wieder besuchen solltest.
Mittags ist Poggio Covili eher schwierig, dann ist das Licht oft zu hart – ich empfehle, lieber morgens oder abends zu kommen und die Mittagszeit für flexiblere Locations zu nutzen.
Praktisches: Poggio Covili liegt direkt an einer der Hauptstraßen durchs Val d’Orcia, und die meisten Fotopositionen sind direkt neben dieser stark befahrenen Straße. Es gibt Stellen, an denen du abseits der Straße stehen kannst, ohne die Natur oder Felder zu beschädigen – aber achte unbedingt auf den Verkehr.
Einen großen Parkplatz gibt es direkt vor Ort nicht, aber es gibt einige Stellen, an denen du das Auto sicher am Straßenrand abstellen kannst. Der Platz ist manchmal schnell voll, aber viele Besucher bleiben nicht lange, sodass sich immer wieder etwas tut – mit ein bisschen Geduld findest du meist einen Platz.
Agriturismo Baccoleno

Agriturismo Baccoleno ist ein charmantes Bauernhaus mit Kapelle und Gästezimmern – und ein weiterer Anwärter auf den Titel der meistfotografierten Villa der Toskana. Baccoleno vereint alles, was ein perfektes toskanisches Landschaftsfoto braucht: sanfte Hügel, eine geschwungene Zypressenstraße und die idyllische Villa auf dem Hügel. Es ist wieder so ein Ort, der genau dem Toskana-Klischee entspricht – und tausende Besucher kommen, um ihre eigene Version dieses Motivs zu fotografieren.
Als Fotospot ist Baccoleno fast eine „fixe“ Komposition: Die geschwungene Straße führt zum hübschen Bauernhaus in mittlerer Distanz. Du kannst mit verschiedenen Positionen entlang der Straße experimentieren, und mit einer Drohne lassen sich die Kurven noch besser aus der Luft einfangen – aber die meisten Kompositionen zeigen Villa und Straße in irgendeiner Kombination.
Im Frühling blühen auf dem Hügel rund um die Villa viele Blumen, die einen tollen Vordergrund bilden, und mit einem Teleobjektiv kommst du nah an die Villa heran. Es gibt noch ein paar andere Motive in der Umgebung, aber am meisten lohnt es sich, diesen Spot mehrfach bei unterschiedlichen Bedingungen zu besuchen und mit dem Licht zu spielen. Wenn du nur einmal Zeit hast, dann unbedingt zum Sonnenuntergang.
Beste Zeit: Am beliebtesten ist Baccoleno zum Sonnenuntergang, wenn die Sonne hinter den Hügeln verschwindet. Das Licht, das dann über die Villa streicht, lässt Vordergrund und Hügel leuchten – die Szene ist so schön, dass sich selbst die Stoßzeit lohnt.
Auch morgens funktioniert der Spot: Je nach Jahreszeit fällt das Licht unterschiedlich auf Straße und Villa, aber ein Teil der Szene ist fast immer schön beleuchtet, wenn du früh da bist. Falls du nur mittags Zeit hast, sind Streiflicht oder ein dramatischer Wolkenhimmel die besten Bedingungen.
Praktisches: Baccoleno liegt direkt an der SP60, der Hauptstraße nördlich von San Giovanni d’Asso, und ist leicht zu finden. Die größte Herausforderung ist das Parken: Am Eingang gibt es nur wenig Platz, sodass oft Dutzende Autos auf dem schmalen Schotterstreifen an der Straße parken.
Meist findest du irgendwo einen Platz am Straßenrand, aber das Parken ist oft chaotisch, und du solltest langsam fahren und deinen Platz mit Bedacht wählen. Je nachdem, wo du parkst, musst du eventuell ein Stück zu Fuß zurück zum Spot laufen.
Zypressengruppe

Diese Zypressengruppe außerhalb von San Quirico d’Orcia ist zu einem echten Wahrzeichen der Toskana geworden und taucht auf Tausenden Bildern aus der Region auf. Wie bei vielen der beliebtesten Orte hier ist es die Landschaft und die gute Erreichbarkeit, die diesen Spot so attraktiv machen.
Die Zypressen sind das Hauptmotiv, aber auch am Horizont gibt es weitere Motive und Möglichkeiten, kreativ zu komponieren. Vom Parkplatz aus führt ein Feldweg um das Feld mit der Zypressengruppe und hinauf zu einem zweiten Zypressenkreis auf dem Hügel. Die meisten Fotos entstehen vom Fuß des Hügels nahe der Straße, aber wenn du herumläufst, findest du verschiedene Blickwinkel – bleib aber bitte immer auf den Wegen und achte darauf, keine Felder zu beschädigen.
Die Gruppe funktioniert super mit Weitwinkel, das Vordergrund und Himmel einbezieht, wobei die Bäume das Zentrum der Szene bilden. Du brauchst kein extremes Weitwinkel – alles unter 18mm lässt die Bäume zu klein wirken. Besser ist ein moderates Weitwinkel und verschiedene Positionen rund ums Feld, um die Falten und Strukturen der Landschaft als Vordergrund einzubauen.
Beste Zeit: Die beste Tageszeit für die Zypressengruppe hängt vom Stand der Sonne ab. Im Sommer fällt das Licht bei Sonnenaufgang und -untergang von Norden auf die Gruppe, im Winter geht die Sonne hinter den Bäumen im Süden auf und unter.
Meist hast du morgens die besten Lichtverhältnisse. Auch die Felder im Vordergrund beeinflussen die Stimmung – je nach Jahreszeit sind sie grün oder braun und prägen das Bild.
Praktisches: Die Gruppe liegt ganz nah bei San Quirico d’Orcia, nur etwa fünf Minuten mit dem Auto vom Ortsrand entfernt. Der Spot befindet sich an der Hauptstraße durchs Val d’Orcia, die hier auf einer Brücke über die Felder führt – das Parken ist also etwas heikel, weil der Verkehr vorbeirauscht.
Direkt vor Ort gibt es nur sehr wenig Parkraum: je eine kleine Fläche auf jeder Straßenseite, Platz für etwa sechs Fahrzeuge insgesamt. Anhalten ist sonst nirgends möglich, und oft stehen hier mehrere Autos, die versuchen, einen Platz zu bekommen.
Gladiator-Felder

Dieser Spot wurde durch den Film Gladiator berühmt und zieht jeden Abend Besucher an, die die kurvige Straße und die Felder aus dem Film einfangen wollen. Das Bauernhaus auf dem Bild ist das Agriturismo Terrapille, und der Spot ist ein Feld südwestlich von Pienza – ohne die berühmte Gladiator-Szene mit dem Hauptdarsteller im Weizenfeld und den markanten Bäumen im Hintergrund wäre der Ort wahrscheinlich gar nicht so bekannt.
Vor Ort gibt es nicht viel Abwechslung, und die offensichtliche Szene mit dem Weg zur Villa ist auf den meisten Bildern zu sehen. Die Landschaft ist nicht hoch genug für eine weite Aussicht mit Tele, und außer dem Agriturismo Terrapille gibt es in diesem Tal kaum weitere Motive. Trotzdem ist der Blick wunderschön – und mit dem richtigen Licht eine fantastische Szene.
Beste Zeit: Am beliebtesten ist der Spot zum Sonnenuntergang, wenn das Licht von rechts in die Szene fällt und Villa und Felder zum Leuchten bringt. Im goldenen Abendlicht sieht es hier wirklich großartig aus, und du kannst die Komposition leicht variieren – aber die wenigen Optionen machen diesen Spot etwas weniger abwechslungsreich.
Zum Sonnenuntergang sind oft Dutzende Leute hier, die das Licht genießen – auch wenn du vielleicht kein Meisterfoto machst, ist der Ausblick trotzdem lohnend.
Praktisches: Früher konnte man direkt am Spot parken, aber der Andrang wurde irgendwann zu groß. Am besten läufst du von Pienza aus oder suchst dir einen sicheren Parkplatz abseits der Hauptstraße südlich des Ortes.
Die Kapelle Vitaleta

Die Kapelle Madonna di Vitaleta ist ein kleines, von Zypressen eingerahmtes Gebäude auf einem Hügel neben einem Bauernhaus in den Hügeln des Val d’Orcia.
Die alte Kapelle wurde im 19. Jahrhundert und zuletzt 2021 restauriert und ist heute ein echtes Schmuckstück in der Landschaft. Sie ist winzig, wie viele andere Kapellen in der Region, und der Reiz liegt vor allem in der Schlichtheit des Gebäudes, das einsam auf dem Hügel steht. Viel zu sehen oder zu tun gibt es hier nicht – aber du kannst die Kapelle aus allen Richtungen fotografieren und das Gebäude für sich allein in der Landschaft festhalten.
Chapel Vitaleta ist ein schlichtes Motiv auf einem kleinen Hügel – aber trotzdem ein lohnender Ort, um mit Kompositionen zu experimentieren. Du kannst die Kapelle aus allen Richtungen, aus der Nähe oder von weiter weg fotografieren und hast die Chance, ein bekanntes Motiv in deinem eigenen Stil festzuhalten. Von der Zufahrtsstraße hast du außerdem einen tollen Blick auf die weite Landschaft.
Beste Zeit: Die Sonne beleuchtet morgens die Rückseite (die runde Seite) der Kapelle und abends die Vorderseite. Du kannst die Kapelle auch von vorne mit der aufgehenden Sonne direkt dahinter fotografieren, je nach Jahreszeit (am besten vorher checken, wo die Sonne bei deinem Besuch aufgeht).
Die größte Herausforderung für ein gutes Foto sind andere Besucher – besonders mittags, wenn nicht nur Fotografen hier sind. Am ruhigsten ist es ganz früh oder spät am Tag, und bei Regen oder Wolken hast du den Spot oft fast für dich allein.
Praktisches: Es gibt mehrere Wege zur Kapelle, unter anderem einen schönen Spaziergang von San Quirico d’Orcia. Die Kapelle liegt weniger als 2 km von Podere Belvedere entfernt an einem Wanderweg, der durch die Felder im Tal führt. Wenn du genug Zeit und die passenden Bedingungen hast, ist der Spaziergang eine tolle Gelegenheit, das Val d’Orcia zu Fuß zu erkunden und Motive ganz in Ruhe zu suchen.
Am einfachsten erreichst du die Kapelle mit dem Auto: Fahre ein Stück südlich von der Straße zwischen San Quirico d’Orcia und Pienza, dort gibt es einen kostenlosen Parkplatz an einem Schotterweg.
Die Einzelne Eiche

Diese Eiche auf dem Hügel ist ein Lieblingsmotiv vieler Fotografen und lohnt sich besonders an klaren Tagen. Der einzelne Baum steht auf einem perfekten, runden Hügel und sieht fast wie gezeichnet aus.
Der beste Blickwinkel auf Hügel und Baum ist aus einiger Entfernung – dafür brauchst du ein Teleobjektiv, um die Eiche isoliert in der Landschaft einzufangen. Du kannst bis direkt an den Baum herangehen, aber der schönste Aussichtspunkt ist der Schotterweg, der in der Nähe vorbeiführt (genaue Position unten).
Mit der Komposition am Lone Oak Tree kann man nicht allzu kreativ sein, es gibt nur wenige Blickwinkel. Aber die Landschaft drumherum ist wunderschön, und der Spot ist ein guter Ausgangspunkt, um auf den Schotterstraßen nach neuen Motiven zu suchen.
Beste Zeit: Die einsame Eiche wirkt besonders schön unter einem Himmel mit kleinen, verstreuten Wolken, die (hoffentlich) direkt über dem Baum vorbeiziehen. Auch bei stärkerer Bewölkung funktioniert der Spot, solange die Sonne noch durch Lücken Lichtakzente auf die Landschaft wirft.
Praktisches: Es gibt keinen offiziellen Parkplatz bei der Lone Oak Tree, aber die Straße ist ruhig, und du kannst das Auto am Rand abstellen, ohne den Verkehr zu behindern.
Castiglione d'Orcia

Das Dorf Castiglione d’Orcia hat eine fantastische Lage hoch oben auf einem Hügel mit Blick über die atemberaubende Landschaft des Val d’Orcia. Castiglione d’Orcia bietet ein hübsches Netz alter Gassen und einige historische Sehenswürdigkeiten wie die Ruine der Rocca Aldobrandesca. Das Beeindruckendste ist aber die Lage auf dem steilen Hügel, und die steilen Wege spiegeln die Topografie des Ortes wider.
Der Aussichtspunkt in Castiglione d’Orcia liegt viel höher als andere Spots in der Gegend – das ist ein Kompromiss: Du siehst weiter ins Land, bist aber auch weiter „weg“ von der Landschaft. Mit den richtigen Bedingungen ist das aber ein toller Blickwinkel auf die Hügel der Toskana.
Castiglione d’Orcia ist perfekt für ein langes Teleobjektiv, um kleine Szenen mit Bauernhäusern und Hügeln in der Ferne herauszupicken. Eines meiner schönsten Foto-Nachmittage hatte ich hier, als ein Tag mit wechselnder Bewölkung in eine Serie von Stürmen und Regenschauern überging, die unterhalb des Dorfes vorbeizogen.
Beste Zeit: Der Blick von Castiglione d’Orcia funktioniert am besten an Nachmittagen mit wechselnder Bewölkung, wenn Sonnenstrahlen über die Landschaft ziehen. Von hier oben gibt es so viel zu entdecken, dass du einfach auf die richtigen Bedingungen und Kompositionen warten kannst.
Auch zum Sonnenaufgang ist der Spot super, wenn das erste Licht in die Täler fällt. Für Nebel bist du allerdings zu hoch – dafür solltest du lieber weiter unten und näher an den Tälern fotografieren.
Praktisches: Castiglione d’Orcia ist zwar klein, hat aber mehrere ausgewiesene Parkplätze, und von überall im Ort kannst du zu den Aussichtspunkten laufen.
Sorano

Sorano ist eine wunderschöne Stadt im Süden der Toskana, eingebettet in eine bewaldete Landschaft, die sie von den mittelalterlichen Dörfern weiter nördlich unterscheidet. Die Ausblicke auf Sorano von außen sind spektakulär, und das verwinkelte Gassennetz zwischen den alten Häusern steckt voller interessanter Details und Formen.
Der historische Kern von Sorano liegt auf einem hohen Felsen, mit engen, steilen Gassen zwischen den Häusern. Du kannst tolle Straßenszenen inmitten der Gebäude einfangen, aber der beste Blick ist von der Festung Masso Leopoldino di Sorano – von dort schaust du über die Dächer auf beide Seiten des Ortes und in die Täler.
Außerhalb von Sorano gibt es mehrere Aussichtspunkte mit tollem Blick auf die markante Lage des Ortes auf dem Felsen über dem Tal. Gleich außerhalb des Zentrums, in Laufweite, gibt es eine Position mit Blick entlang des Tals zur Südseite von Sorano.
Vom gegenüberliegenden Hang kannst du durch den Wald laufen und kommst auf eine Plattform mit perfekter Aussicht auf den Ort. Dafür musst du ins Tal hinunter- und auf der anderen Seite wieder hinauffahren, aber es gibt einen Parkplatz und gut ausgeschilderte Wanderwege zum Aussichtspunkt.
Beste Zeit: Sorano lässt sich zu jeder Tageszeit toll fotografieren, weil du je nach Licht zwischen Straßenszenen und Ausblicken von außen wechseln kannst. Die Aussichtspunkte liegen südlich des Ortes – das Licht von Sonnenaufgang und -untergang leuchtet im Sommer die Front von Sorano an.
Praktisches: Am Aussichtspunkt direkt außerhalb des Ortes gibt es einen großen Parkplatz – ideal, um einen weiten Blick auf Sorano einzufangen, bevor du zu Fuß die Straßen und die Festung erkundest. Wenn du Sorano vom Aussichtspunkt auf der anderen Talseite fotografieren willst, gibt es einen kleinen Parkplatz an der Straße und einen Wanderweg zum Aussichtspunkt.
Der Märchenbaum

Dieser Baum ist kein bekannter Fotospot, aber für mich eine der schönsten Entdeckungen in der Toskana und ein tolles Motiv. Die Gruppe einzelner Bäume am Horizont verschmilzt zu einer fast magisch asymmetrischen Silhouette. Eine ordentliche Reihe Zypressen folgt dem Kamm des nahen Hügels und rundet die Szene in der mittleren Distanz ab.
Für Details und mehr Kompositionsmöglichkeiten brauchst du hier ein Teleobjektiv, und es gibt kaum weitere Motive in der Umgebung für breitere Bilder. Der Reiz des Baumes liegt aber in seiner märchenhaften Silhouette – das perfekte Motiv für Fotos mit viel Himmel.
Beste Zeit: Dieser einzelne Baum ist ein toller Sonnenuntergangsspot, wenn das Licht von hinten kommt und Hügel und Baum anstrahlt. Er funktioniert aber zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter, wenn du deinen Stil an das Licht anpasst. Selbst bei hartem Licht oder dichter Bewölkung kannst du kreativ werden und die Silhouette nutzen.
Praktisches: Der Blick auf den Baum liegt an einer ruhigen Straße, an der es mehrere Parkmöglichkeiten abseits des Verkehrs gibt. Da der Spot (noch) kein berühmtes Toskana-Motiv ist, versuchen nur wenige Autos hier zu halten, und du findest fast immer einen Parkplatz in der Nähe.
San Gimignano

San Gimignano ist eine der außergewöhnlichsten Städte Europas und ein fantastischer Ort zum Fotografieren. Die Stadt entstand, als im Mittelalter rivalisierende Familien immer höhere Türme bauten, um sich gegenseitig zu übertrumpfen – so entstand eine mittelalterliche „Skyline“ aus Wolkenkratzern in einem kleinen Dorf. Zu Hochzeiten gab es 72 Turmhäuser, manche bis zu 70 Meter hoch.
Heute stehen noch vierzehn Türme, die San Gimignano eine Silhouette verleihen, die irgendwo zwischen typisch italienischem Festungsdorf und moderner Großstadt liegt. Du kannst durch die Straßen zwischen den Türmen schlendern oder verschiedene Perspektiven auf San Gimignano aus der Umgebung suchen. Auch wenn es kein typisches ländliches Toskana-Motiv ist, kannst du hier eindrucksvolle Fotos machen – allein schon wegen der Geschichte lohnt sich der Besuch.
Die spannendsten Perspektiven auf San Gimignano findest du außerhalb, wo du die Stadt aus der Ferne fotografierst und die Architektur richtig wirken lassen kannst. Es gibt mehrere Aussichtspunkte in der Umgebung, jeder mit eigenen Vor- und Nachteilen: Manche sind näher dran oder bieten einen freieren Blick, aber je nach Standort erscheinen die Türme unterschiedlich angeordnet.
Beste Zeit: Die Aussichtspunkte rund um San Gimignano zeigen das Dorf aus verschiedenen Winkeln – du solltest also auf den Sonnenstand achten, um bei Sonnenaufgang oder -untergang das beste Licht auf die Stadt zu haben. Das ändert sich übers Jahr – schau am besten vorab, wie die Sonne zu deiner Reisezeit steht.
Such dir am besten einen Spot, bei dem die Sonne hinter oder seitlich von dir steht, damit die Türme schön beleuchtet sind.
Praktisches: Die Aussichtspunkte liegen an Landstraßen mit Ausweichmöglichkeiten (Beispiele hier und hier). Wenn du das Dorf besuchen willst, gibt es große Parkplätze – am besten kommst du ganz früh, bevor der große Andrang beginnt, und fotografierst die Straßen, solange sie noch leer sind.
Castello del Boccale

Castello del Boccale ist ein ungewöhnliches Motiv für die Toskana und der einzige Küstenblick auf dieser Liste. Die Burg thront auf einem Felsen am Meer südlich von Livorno, wo die Schnellstraße SS1 direkt an der Küste entlangführt und tolle Ausblicke sowie gelegentliche Restaurants auf den Klippen bietet.
Obwohl an dieser Stelle schon seit Jahrhunderten ein Turm steht, ist das heutige Gebäude relativ modern – es wurde im 20. Jahrhundert stark umgebaut und dient jetzt als Wohnhaus. Durch die Lage an der Küste und die Felsen drumherum ist es trotzdem ein tolles Motiv für Meeresfotos.
Auch an anderen Stellen dieser Küste kannst du auf die Felsen gelangen und nach spannenden Kompositionen suchen – am Castello del Boccale kannst du in beide Richtungen fotografieren. Die Burg ist das auffälligste Motiv, aber auch die Felsen lassen sich weiter entlang der Küste für spannende Arrangements nutzen, und der Spot ist perfekt, um den Himmel über dem Meer einzufangen.
Beste Zeit: Du kannst hier bei jedem Wetter unterschiedliche Meeresfotos machen – besonders lohnend ist es bei Sturm, wenn die Wellen über die Felsen krachen.
Am schönsten ist dieser Küstenabschnitt aber abends, weil er nach Westen zeigt und die Sonne im Meer versinkt.
Praktisches: Dieser Spot außerhalb von Livorno ist einfach zu erreichen und nur 25 Minuten mit dem Auto vom Flughafen Pisa entfernt – eine tolle Ergänzung für deine Reise, um mal andere Motive als nur Landschaften zu fotografieren.
Du kannst entlang der SS1 parken und von dort auf die Felsen und ans Ufer gehen – allerdings ist der Spot bei schönem Wetter und am Wochenende sehr beliebt bei den Leuten aus Livorno. Manchmal musst du ein Stück an der SS1 entlanglaufen, um einen Parkplatz zu finden, und achte darauf, dass dein Auto komplett abseits der Straße steht – hier wird oft kontrolliert und schnell ein Strafzettel verteilt.
Die besten Fotospots in der Toskana finden
Diese Orte sind ein super Ausgangspunkt für die Planung deiner Fotoreise in die Toskana. Auch wenn du vielleicht nicht an jedem Spot ein einzigartiges Bild machst, wirst du an diesen Orten tolle Erfahrungen sammeln und starke Fotos mit nach Hause nehmen.
Rund um diese Spots gibt es noch viel mehr zu entdecken, und die Toskana ist ideal, um einfach loszuziehen und neue Kompositionen zu finden. Ein guter Ansatz ist, den Tag an einem bekannten Spot zu beginnen, für den du vielleicht schon ein Bild im Kopf hast – und dann mittags, wenn das Licht schwieriger wird, auf Entdeckungstour zu gehen.



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