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Wie man sich in Patagonien für die Fotografie fortbewegt


a road leading towards Mount Fitz Roy in Patagonia

Patagonien ist eine riesige Region im Süden von Chile und Argentinien – mit weiten Ebenen im Osten und hohen Bergen und Fjorden im Westen. Mit über einer Million Quadratkilometern gibt es unfassbar viel Landschaft zu entdecken. Du solltest deine Reise je nach Budget und Anforderungen sorgfältig planen.


Mit einem guten Plan und etwas Flexibilität ist es trotzdem ziemlich einfach, verschiedene Teile der Region zu besuchen. Hier findest du einen Guide, wie du dich in Patagonien fortbewegst – besonders, wenn du zum Fotografieren kommst und flexibel sein musst, was deine Ziele und die Tageszeiten angeht.



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Autofahren in Patagonien


Die beste Möglichkeit für Fotograf:innen, sich in Patagonien zu bewegen, ist ein Auto zu mieten und selbst zu fahren. So bist du komplett flexibel, wo du hinwillst, und kannst sicherstellen, dass du zum Sonnenaufgang vor Ort bist (oder erst nach Sonnenuntergang aufbrichst) – fast egal, wohin es geht.


Straßen in Patagonien


black and white image of a road leading towards Mount Fitz Roy in Patagonia

Die Straßen in Patagonien sind eine echte Wundertüte. Städte und Orte sind gut miteinander verbunden, und das flache Terrain in vielen Teilen der Region macht es möglich, meist relativ direkt von A nach B zu kommen. Allerdings sind die Straßen in sehr unterschiedlichem Zustand, und du wirst oft Schilder sehen, die vor tiefen, autozerstörenden Schlaglöchern auf den nächsten Kilometern warnen. Da hilft nur: langsam fahren und hoffen, dass alles gutgeht.


Im Torres del Paine sind alle Straßen Schotterpisten, und auch die Strecke vom nächsten größeren Ort (Puerto Natales) zum Nationalpark ist größtenteils Schotter (nur stellenweise asphaltiert). Platte Reifen sind hier an der Tagesordnung, und ich habe erfahrene Besucher:innen getroffen, die meinten, sie hätten Torres del Paine noch nie ohne Platten erlebt.


Obwohl Patagonien riesig ist, sind die Fotografie-Hotspots rund um Torres del Paine und El Chaltén konzentriert. Wenn du dich auf diese Gegenden beschränkst, bist du mit dem Auto flexibel unterwegs und die Entfernungen sind relativ kurz (selbst die längsten Strecken dauern maximal 7-8 Stunden). Wenn du weiter südlich nach Feuerland oder nördlich bis Bariloche willst, stell dich auf lange Fahrten von über 20 Stunden ein, die du unterwegs aufteilen musst.


Ein Auto mieten


In den meisten größeren Orten in Patagonien gibt es Autovermietungen, besonders dort, wo Tourist:innen ankommen: Punta Arenas, El Calafate und Puerto Natales. Ein Auto zu mieten ist sehr teuer, und Einweggebühren sind extrem hoch – am günstigsten ist es, eine Rundreise zu planen und das Auto wieder am Ausgangsort abzugeben.


Die Mietwagenpreise variieren stark zwischen Argentinien und Chile (meine Erfahrung: Chile war deutlich günstiger). Das ist so relevant, dass es – je nach Reisedauer – sogar deine Flugauswahl nach Patagonien beeinflussen kann. Wenn du dich fragst, ob du nach El Calafate (Argentinien) oder Punta Arenas (Chile) fliegen sollst, rechne die Kosten für Flug plus Mietwagen zusammen, um das beste Angebot zu finden.


Wahrscheinlich möchtest du das Mietauto auch über die Grenze zwischen Argentinien und Chile bringen. Das ist nicht schwierig, erfordert aber etwas Planung. Melde dich vorher bei deiner Autovermietung, damit sie wissen, dass du das Auto international nutzen willst. Sie müssen Unterlagen vorbereiten, die du an der Grenze abstempeln lassen musst, und eventuell verlangen sie, dass du eine Premium-Versicherung für das Auto im anderen Land abschließt. Das alles treibt die Kosten in die Höhe.


Vorteile und Nachteile des Autofahrens in Patagonien


Der große Vorteil für Fotograf:innen beim Autofahren ist die Flexibilität, wann du vor Ort bist und wie lange du bleibst. Im Torres del Paine ist Selbstfahren unerlässlich, um die besten Landschaftsfotos zu machen. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr im Park, die Fotospots liegen weit auseinander, und Bustouren steuern die besten Orte nicht zur richtigen Zeit an. Die beste Zeit für Landschaftsfotos im Torres del Paine ist der Sonnenaufgang; außer auf einer speziellen Fototour kommst du nur mit dem Auto so früh an die Spots.


El Chaltén ist ein Wanderort – dort brauchst du die meiste Zeit kein Auto. Die meisten Fotospots rund um El Chaltén erreichst du nur zu Fuß in den Bergen, und vielleicht willst du sogar draußen zelten. Trotzdem sind ein paar Orte mit dem Auto leichter erreichbar; wenn du sowieso schon ein Fahrzeug hast, kannst du es behalten, um nach El Chaltén zu fahren und an wandermüden Tagen die Umgebung zu erkunden.


Es gibt aber auch Grenzen beim Autofahren in Patagonien. Die Unterkünfte im Torres del Paine sind begrenzt, besonders in der Hauptsaison, daher solltest du hier trotzdem im Voraus buchen. Das schränkt deine Flexibilität ein, was Ort und Zeitpunkt betrifft.


Manche der besten Orte in Patagonien liegen weit auseinander (El Calafate bis Bariloche ist eine Fahrt von über 20 Stunden) und unterwegs gibt es wenig zu fotografieren. Wenn du eine Rundreise planst, um die hohe Einweggebühr zu vermeiden, kostet dich allein diese Strecke vier Tage deiner Reise. Der Traum, spontan überall in Patagonien zu fotografieren, ist verlockend – aber in Wirklichkeit brauchst du dafür ein großes Budget und viel Zeit.


Busfahren in Patagonien


a patch of light on Perito Moreno Glacier in Patagonia

In Südamerika fährt man Bus. Es ist eine günstige und unkomplizierte Möglichkeit, von Ort zu Ort zu kommen, und fast jede Stadt hat ein belebtes Busterminal, wo du Busse in alle Richtungen findest – vom Nachbardorf bis ans andere Ende des Landes.


Die Busunternehmen sind konkurrenzfähig; es gibt ein paar große Marken, aber die meisten Busbahnhöfe bestehen aus mehreren Ständen mit unterschiedlichen Abfahrtszeiten, Zielen und Preisen. Das kann manchmal verwirrend sein, aber es ist die günstigste Art, herumzukommen, und du kommst zuverlässig von einem Ort zum anderen, ohne viel auszugeben.


Als Fotograf:in kannst du mit dem Bus problemlos zum Perito-Moreno-Gletscher und nach El Chaltén reisen, ohne dass deine Erfahrung darunter leidet. Touren zum Perito-Moreno-Gletscher kommen zur selben Zeit an wie alle, die selbst fahren, denn der Nationalpark ist außerhalb der Öffnungszeiten nicht zugänglich; auch mit dem Mietwagen kommst du nicht zum Sonnenaufgang dorthin. In El Chaltén sind die meisten Fotospots nur zu Fuß erreichbar. Zwischen El Calafate und El Chaltén fahren viele Busse, und während deines Aufenthalts wirst du ein Auto kaum vermissen.


Torres del Paine als Fotograf:in mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden, ist allerdings fast unmöglich. Die besten Spots liegen nur 10-20 Autominuten auseinander, aber zu Fuß oder mit dem Bus brauchst du dafür Stunden. Zum Sonnenaufgang vor Ort zu sein ist mit eigenem Auto einfach, ohne eins aber extrem aufwendig.


Auch nach Feuerland oder in andere abgelegene Regionen schränkt dich der Bus ein. Unerreichbar ist zwar nichts, vor allem wenn du bereit bist, auf manchen Strecken zu trampen oder viel Zeit mitbringst. Der Bus ist die beste Option für kleines Budget – das war auch meine Wahl, als ich Patagonien das erste Mal mit mehr Zeit als Geld besucht habe. Aber für die Flexibilität, die du für Landschaftsfotografie brauchst, setzen dir öffentliche Verkehrsmittel in manchen Gegenden Grenzen.


Flüge in Patagonien


An autumn tree in front of Mount Fitz Roy in Patagonia

Zwischen vielen der größeren Städte in Patagonien kannst du fliegen, die meisten davon liegen auf argentinischer Seite. Fliegen ist manchmal die beste Lösung, wenn du wenig Zeit hast und weit verstreute Orte sehen möchtest. Da Bariloche und Ushuaia in Patagonien mindestens 35 Autostunden auseinanderliegen, kannst du mit ein paar Inlandsflügen deine Route durch Patagonien deutlich verkürzen.


Das ist aber nicht immer so einfach, wie es klingt. Es gibt weniger Direktflüge zwischen Städten in Patagonien, als man bei dieser Größe erwarten würde, und von Argentinien nach Chile zu kommen ist fast genauso teuer und zeitaufwendig wie aus dem Ausland nach Patagonien zu reisen. Viele Routen führen über die weit nördlich gelegenen Hauptstädte, wodurch die Reisezeit ähnlich lang wie eine direkte Busfahrt ist – nur viel teurer.


Flüge lohnen sich in Südamerika vor allem, wenn sie zwei Ziele direkt verbinden, die du ohnehin besuchen willst. Zum Beispiel gibt es einen Direktflug von Punta Arenas nach Puerto Montt (2 Stunden) für unter 100 Dollar; auf der Straße würde diese Strecke über 30 Stunden dauern.


Ein gutes Angebot für einen Direktflug zu finden, erfordert etwas Recherche, und du solltest organisiert sein und früh buchen. Aber wenn du genau recherchierst, welche Städte die besten Verbindungen haben, und das für deine Route nutzt, kannst du mit Flügen viel Zeit sparen, ohne dass die Kosten explodieren.


Touren durch Patagonien


A group of guanacos in front of a mountain in Torres del Paine, Patagonia

In den letzten zehn Jahren sind Fotoreisen in Patagonien immer beliebter geworden. Viele Fotograf:innen und Veranstalter bieten Kurse und Transporte zu den besten Spots der Region an. Fototouren sind der einfachste Weg, zu den besten Orten im besten Licht zu kommen, und du kannst all deine Energie in die Fotografie stecken, ohne dich um Planung und Logistik kümmern zu müssen.


Es gibt aber auch Nachteile bei Fototouren. Du bist immer in einer Gruppe unterwegs – das kann positiv oder negativ sein, je nachdem, wer sonst noch dabei ist. Du hast weniger Flexibilität, länger an Lieblingsorten zu bleiben oder andere Spots zu besuchen, die dich mehr interessieren. Fototouren sind oft teurer als selbstständiges Reisen, selbst wenn du für ein eigenes Fahrzeug zahlst.


Die Vorteile überwiegen aber oft, und du kannst deine Reise auch aufteilen – einen Teil mit Tour, den Rest auf eigene Faust.


Touren durch Patagonien ohne Fotofokus gibt es ebenfalls viele, meist auf verschiedene Altersgruppen oder Budgets zugeschnitten, sodass du leichter eine Gruppe findest, zu der du passt. Wenn Fotografie ein wichtiger Teil deiner Reise ist, kann eine allgemeine Tour aber frustrierend sein, weil du weniger interessante Orte besuchst, weniger Zeit hast und das Licht oft schlechter ist.


Willst du aber den Planungsstress meiden und einfach mehr sehen, wobei Fotografie nur ein Zusatz ist, kann eine Rundreise durch die Region eine entspannte Möglichkeit sein, Patagonien kennenzulernen.


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Fazit


Three horses being ridden across the pains in front of a snow-capped mountain in Patagonia

Für so eine große und abgelegene Region ist Patagonien ziemlich einfach zu bereisen. Du musst dich entscheiden, ob du mehr Geld oder mehr Zeit investieren willst: Das Busnetz ist günstig (aber langsam), Mietwagen sind teuer, aber effizient.


Landschaftsfotografie ist mit Auto immer am einfachsten, weil du zu ungewöhnlichen Zeiten an ungewöhnliche Orte musst. Aber da El Chaltén so wanderorientiert ist und der Perito-Moreno-Gletscher so gut organisiert, ist es nicht immer ein Nachteil, kein Auto zu haben.


The cover of the complete guide to photography in Patagonia

 
 
 

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